Eine Safari in Südafrika war für mich eines der intensivsten Erlebnisse meiner Reise. Vorher hatte ich zwar nur eine grobe Vorstellung davon, wie eine Safari oder Game Drive abläuft: Man sitzt in einem offenen Geländewagen, fährt durch die Natur und hofft, wilde Tiere zu sehen. Aber vor Ort merkt man schnell: Safari ist nicht gleich Safari. So habe ich auf meiner Reise verschiedene Safari-Formen ausprobiert: zwei Tage in einem privaten Reserve mit Vollpension und insgesamt vier Safaris, eine Tagestour in den Addo Elephant National Park mit Barbecue und eine Halbtagessafari im Schotia Private Game Reserve. Jede Safari war anders – und genau das macht Südafrika als Safari-Destination so spannend. Und ganz ehrlich, ich konnte es noch wochenlang so weiter machen, aber die Arbeitswelt hat mich leider wieder 🙂
Wie funktioniert eine Safari in Südafrika?
Die klassische Variante ist ein sogenannter Game Drive. Dabei fährt man mit einem Guide in einem offenen Safari-Fahrzeug durch ein Reserve oder einen Nationalpark. Der Guide erklärt nicht nur viel zu den Tieren, sondern liest auch Spuren, erklärt das Verhalten der Tiere und weiß in der Regel, wo sich bestimmte Arten häufig aufhalten.
Besonders schön fand ich das Konzept von Morning Game Drives und Evening Game Drives. Morgens (gegen 6 Uhr geht es los) sind viele Tiere noch aktiv, weil es kühler ist. Abends (ab 16 Uhr) steigt die Chance, Raubtiere in Bewegung zu sehen, weil sie eher abends aktiver werden. Genau deshalb sind Anreise- und Abreisetag bei Safari-Lodges oft gut genutzt: Am Anreisetag macht man häufig noch eine Abendsafari, am Abreisetag startet man sehr früh noch einmal zu einem Morning Game Drive.
Wichtig ist aber: Eine Safari ist kein Zoo. Es gibt keine Garantie, bestimmte Tiere zu sehen. Manchmal fährt man eine Weile, ohne dass viel passiert – und dann steht plötzlich eine Giraffe am Weg, Elefanten laufen an dem Auto vorbei oder ein Löwe liegt im hohen Gras. Gerade dieses Unplanbare macht eine Safari so spannend.
Zwei Tage Safari im Botlierskop Private Game Reserve
Ein besonders schönes Safari-Erlebnisse hatte ich im Botlierskop Private Game Reserve. Wir waren dort für zwei Tage mit Vollpension und insgesamt vier Safaris. Das war eine sehr entspannte Art, Safari zu erleben, weil man nicht nur für ein paar Stunden kommt, sondern wirklich in die Atmosphäre eintaucht.

Schon die Anreise fühlte sich besonders an. Nach dem Check-in konnte man erst einmal ankommen, Mittag essen und sich auf die erste Ausfahrt vorbereiten. Am Anreisetag ging es direkt auf eine Abendsafari. Diese Stimmung war wunderschön: Das Licht wurde langsam weicher, die Landschaft wirkte noch intensiver und mit jedem Kilometer stieg die Spannung, welche Tiere man entdecken würde. Als wir das durch die elektrische Tour gefahren sind, sagte der Ranger „Welcome to Jurassic Park“ – und so fühlte sich das auch an. Keiner wusste, was kommen würde.
Botlierskop ist landschaftlich sehr eindrucksvoll. Es ist kein riesiger Nationalpark wie Addo, sondern ein privates Reserve, wodurch das Erlebnis etwas exklusiver und organisierter wirkt. Man erhält einen Safari-Guide für die Dauer seines Aufenthalts, und wir haben schnell festgestellt, dass sie Spaß an ihren Aufgaben haben. Witzig war, dass die Guides untereinander per Funk gesprochen haben und sich gegenseitig über die Tiersichtungen informiert haben. Wir haben auch jedes Mal bei der Hälfte der Zeit einen Stopp gemacht und man konnte aussteigen, Kaffee genießen und um für eine Biopause um den Busch laufen.


Besonders beeindruckend waren für mich die Cheetahs. Diese Tiere aus nächster Nähe zu sehen, war ein echtes Highlight. Sie wirken gleichzeitig elegant, ruhig und unglaublich kraftvoll. Neben ihnen kann man im Botlierskop je nach Sichtung auch Tiere wie Giraffen, Zebras, Nashörner, Antilopen, Büffel und verschiedene Vogelarten sehen. Genau diese Mischung macht das Reserve spannend: Man hat nicht nur ein einzelnes Highlight, sondern viele kleine Safari-Momente.


Am nächsten Morgen folgte der Morning Game Drive. Dafür startet man früh, oft noch bevor der Tag richtig warm wird. Das frühe Aufstehen lohnt sich aber absolut. Morgens ist die Stimmung im Busch anders: frischer, ruhiger und irgendwie noch ursprünglicher. Viele Tiere sind zu dieser Zeit aktiver, und das Licht ist perfekt für Fotos.

Die Vollpension hat das Erlebnis zusätzlich angenehm gemacht. Man muss sich um nichts kümmern, sondern kann sich komplett auf die Safari, das Essen und die Umgebung konzentrieren. Für alle, die zum ersten Mal eine Safari machen und ein komfortables, gut organisiertes Erlebnis suchen, ist so ein privates Reserve mit Übernachtung eine sehr schöne Option.
Addo Elephant National Park: Tagessafari mit Barbecue
Ein ganz anderes Safari-Erlebnis war der Addo Elephant National Park. Addo ist vor allem für seine Elefanten bekannt – und genau deshalb wollten wir unbedingt dorthin. Der Park ist einer der bekanntesten Nationalparks Südafrikas und besonders spannend, wenn man Elefanten in freier Wildbahn sehen möchte.
Wir haben den Ausflug als Tagestour über Viator gebucht. Das war praktisch, weil wir uns nicht selbst um die Organisation kümmern mussten. Man wird abgeholt, fährt gemeinsam in den Park und ist mit einem Guide unterwegs. Gerade wenn man nicht selbst fahren möchte, was im Gegensatz zu privaten Reservaten möglich ist, ist das eine sehr entspannte Lösung.

Der Fokus im Addo liegt ganz klar auf Elefanten. Und es ist wirklich beeindruckend, diese Tiere nicht nur einzeln, sondern teilweise in Gruppen zu sehen. Elefanten wirken aus der Nähe noch einmal ganz anders als auf Bildern: ruhig, mächtig, sozial und unglaublich präsent. Man kann ihnen lange zusehen, ohne dass es langweilig wird.

Neben Elefanten gibt es im Addo auch viele weitere Tiere, zum Beispiel Zebras, Warzenschweine, Büffel, verschiedene Antilopenarten und mit Glück auch Löwen oder Hyänen. Trotzdem sollte man mit der richtigen Erwartung dorthin fahren: Addo ist vor allem ein Elefanten-Erlebnis. Wer hauptsächlich große Raubkatzen sehen möchte, braucht entweder viel Glück oder sollte zusätzlich ein privates Reserve einplanen.
Ein schöner Teil unserer Tour war das Barbecue. Das hat den Tagestrip noch einmal besonderer gemacht, weil es nicht nur eine reine Fahrt durch den Park war, sondern ein ganzer Safari-Tag mit Pause, Essen und entspannter Atmosphäre. Für mich war diese Tour absolut empfehlenswert, weil sie gut organisiert war und wir sehr viel sehen konnten.

Schotia Private Game Reserve: Endlich Löwen sehen
Nach Botlierskop und Addo fehlte mir noch ein großes Safari-Highlight: Löwen. Genau deshalb war das Schotia Private Game Reserve noch einmal besonders spannend. Diese Safari war als Halbtagessafari organisiert und lässt sich gut mit einem Aufenthalt rund um Port Elizabeth oder Addo verbinden.
Schotia ist ein privates Game Reserve und hat dadurch wieder eine andere Dynamik als ein Nationalpark. Die Guides kennen das Gebiet auswendig und wissen, wo welche Tiere sich häufig aufhalten. Das erhöht die Chancen auf besondere Sichtungen deutlich.
Für mich war Schotia der Ort, an dem ich endlich Löwen gesehen habe. Zum Glück aus einer respektablen Nähe, denn um ehrlich zu sein, gerade vor dem hätte ich am meisten Angst gehabt, wenn die sich um das Auto geschlichen hätten. Das war ein komplett anderer Safari-Moment als bei Elefanten oder Geparden. Löwen haben eine unglaubliche Präsenz, selbst wenn sie nur ruhig daliegen. Man merkt sofort, dass man einem Raubtier gegenübersteht. Diese Sichtung war definitiv eines meiner Safari-Highlights in Südafrika.

Neben Löwen kann man in Schotia je nach Tour und Glück auch Giraffen, Zebras, Nashörner, Flusspferde, Krokodile, Antilopen und viele weitere Tiere sehen. Gerade als Halbtagessafari ist Schotia sehr intensiv, weil man in relativ kurzer Zeit viele Eindrücke sammelt.

Meine Einschätzung: Schotia war für mich besonders wegen der Löwen ein Highlight. Wenn man bereits Addo besucht und dort vor allem Elefanten gesehen hat, ist Schotia eine sehr gute Ergänzung, weil die Safari-Erfahrung noch einmal anders ist.
Private Reserve oder Nationalpark: Was ist besser?
Nach meinen Erfahrungen würde ich sagen: Es kommt darauf an, was man sucht.
Ein Nationalpark wie Addo fühlt sich sehr authentisch und weitläufig an. Man bewegt sich in einem riesigen Schutzgebiet, sieht Tiere in freier Wildbahn und erlebt die Natur sehr ursprünglich. Gleichzeitig braucht man manchmal mehr Geduld, weil die Tiere viel mehr Platz habende und nicht immer dort sind, wo man sie erwartet.
Ein privates Reserve wie Botlierskop oder Schotia ist oft organisierter und komfortabler. Die Guides kennen das Gebiet sehr genau, die Gruppen sind häufig kleiner und die Chancen auf bestimmte Sichtungen können höher sein. Dafür wirkt es manchmal etwas weniger „wild“ als ein großer Nationalpark.
Für mich war die Kombination perfekt: Botlierskop für das komfortable Safari-Erlebnis mit Übernachtung, Addo für Elefanten in einem Nationalpark und Schotia für die intensivere Halbtagessafari mit Löwen.
Welche Tiere kann man auf Safaris in Südafrika sehen?
Welche Tiere man sieht, hängt stark vom jeweiligen Park oder Reserve ab. In meinen Safari-Erlebnissen waren besonders diese Tiere spannend:
- Botlierskop Private Game Reserve: Geparden, Giraffen, Zebras, Nashörner, Antilopen, Büffel und viele Vogelarten
- Addo Elephant National Park: vor allem Elefanten, außerdem Zebras, Warzenschweine, Büffel, Antilopen und mit Glück Löwen oder Hyänen
- Schotia Private Game Reserve: Löwen, Giraffen, Zebras, Nashörner, Flusspferde, Krokodile und verschiedene Antilopen
Man sollte trotzdem immer im Kopf behalten: Safari bleibt Natur. Manche Sichtungen sind spektakulär, andere passieren nur aus der Ferne oder gar nicht. Genau deshalb lohnt es sich, mehrere Safari-Erlebnisse miteinander zu kombinieren.
Was sollte man auf eine Safari mitnehmen?
Auch wenn viele Safaris gut organisiert sind, gibt es ein paar Dinge, die man unbedingt dabeihaben sollte:
- warme Kleidung für Morning Game Drives und Abendsafaris
- Sonnencreme und Sonnenbrille
- Kamera / Handy mit vollem Akku
- Fernglas, wenn vorhanden
- bequeme Kleidung in neutralen Farben
- Wasser
- etwas Geduld 🙂
Gerade morgens und abends kann es im offenen Safari-Fahrzeug deutlich kühler sein, als man erwartet. Auch in Südafrika sollte man deshalb eine Jacke oder einen Pullover mitnehmen.
Mein Fazit: Welche Safari in Südafrika lohnt sich?
Für mich haben sich alle drei Safari-Erlebnisse gelohnt, aber aus unterschiedlichen Gründen. Botlierskop war komfortabel, schön organisiert und ideal für ein intensives Safari-Gefühl mit Übernachtung. Addo war beeindruckend wegen der vielen Elefanten und als Tagestrip sehr gut machbar. Schotia war für mich besonders emotional, weil ich dort endlich Löwen gesehen habe.
Wenn du zum ersten Mal nach Südafrika reist und Safaris einplanst, würde ich nicht nur auf einen einzigen Park setzen. Die Mischung macht den Unterschied. Ein privates Reserve und ein Nationalpark ergänzen sich sehr gut, weil man dadurch verschiedene Landschaften, Tiere und Safari-Arten erlebt. Eine Safari in Südafrika ist nicht einfach nur ein Programmpunkt auf der Reise. Es ist ein Erlebnis, das nicht so schnell zu toppen ist.

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