Chania auf Kreta & Ausflügsziele

Chania gehört für mich zu den Orten auf Kreta, die besonders gut funktionieren, wenn man nicht nur einen reinen Strandurlaub machen möchte. Die Stadt im Nordwesten Kretas verbindet eine wunderschöne Altstadt mit dem berühmten venezianischen Hafen, vielen Restaurants und Cafés, Stadtstränden und einer guten Lage für Ausflüge auf der Insel.

Gerade Ende September ist Chania ein richtig gutes Reiseziel. Es ist noch warm genug für Strandtage und gleichzeitig sind Spaziergänge durch die Stadt und Ausflüge deutlich angenehmer als in der größten Sommerhitze. Es ist grundsätzlich auch wenig los als in Sommermonaten.

Wir haben Chania deshalb nicht nur für einen Städtetrip genutzt, sondern auch als Ausgangspunkt, um mit dem Mietwagen verschiedene Teile Westkretas zu entdecken. In diesem Beitrag zeige ich dir, was du in Chania unternehmen kannst und welche drei Tagesausflüge du nicht verpassen möchtest.

Warum Chania ein guter Ausgangspunkt für einen Kreta-Urlaub ist?

Wer auf Kreta Strand, Restaurants, eine schöne Altstadt und Ausflüge miteinander kombinieren möchte, findet in Chania eine ziemlich gute Mischung.

Im Gegensatz zu einem klassischen Ferienort ist Chania eine richtige Stadt. Abends kann man durch die Altstadt laufen, am Hafen essen gehen oder einfach durch die kleinen Gassen für eine Shoppingtour schlendern. Gleichzeitig liegen einige der bekanntesten Landschaften und Strände Westkretas in Reichweite.

Westlich und südlich von Chania liegen unter anderem Elafonissi, Balos und die Samaria-Schlucht. Richtung Osten erreicht man Orte wie Georgioupoli und Rethymno. Im Hinterland beginnt dagegen die Bergwelt der Weißen Berge.

Einen Mietwagen braucht man für einen Aufenthalt in Chania also nicht zwingend jeden Tag. Für Ausflüge ins Umland würde ich ihn aber definitiv empfehlen.

Chania Ende September: Lohnt sich das?

Ende September hat Chania einen großen Vorteil: Der Hochsommer ist vorbei, aber der Sommer auf Kreta noch lange nicht unbedingt.

Das Meer ist nach den heißen Sommermonaten noch angenehm warm und auch die Temperaturen sind häufig noch sommerlich. Natürlich gibt es keine Wettergarantie – gerade gegen Ende des Monats können auch einmal Wolken oder Regen auftreten.

Hinzu kommt, dass Chania auch dann genug zu bieten hat, wenn einmal kein Strandwetter ist. Das ist gegenüber einem kleinen Badeort ein echter Vorteil.

Chania Sehenswürdigkeiten: Was sollte man gesehen haben?

Der venezianische Hafen von Chania

zu Das Wahrzeichen von Chania ist der alte venezianische Hafen. Er gehört zu den Orten, die man während eines Aufenthalts wahrscheinlich nicht nur einmal besuchen wird.

Der Hafen entstand während der venezianischen Herrschaft über Kreta und war damals ein bedeutender Handels- und Militärhafen. Noch heute sind rund um das Hafenbecken zahlreiche Spuren dieser Geschichte erhalten.

Besonders schön ist ein Spaziergang entlang der Hafenpromenade. Hier reihen sich Restaurants, Cafés und historische Gebäude aneinander.

Am östlichen Ende fällt sofort der berühmte Leuchtturm von Chania auf. Ursprünglich wurde er von den Venezianern Ende des 16. Jahrhunderts errichtet und später während der ägyptischen Herrschaft im 19. Jahrhundert umgebaut. Daher wird er heute häufig auch als ägyptischer Leuchtturm bezeichnet.

Unser Tipp: Kommt einmal tagsüber und noch einmal kurz vor Sonnenuntergang zum Hafen. Abends verändert sich die Atmosphäre komplett, wenn die Restaurants voll werden und rund um das Hafenbecken die Lichter angehen.

Die Altstadt von Chania

Direkt hinter dem venezianischen Hafen beginnt die Altstadt von Chania. Und hier lohnt es sich tatsächlich, keinen festen Weg zu planen.

In den engen Gassen findet man kleine Geschäfte, Tavernen, Cafés, Innenhöfe und immer wieder historische Gebäude. Besonders interessant sind die Viertel Topanas, Splantzia, Ovraiki und Kasteli.

In der Architektur erkennt man bis heute die verschiedenen Kulturen, die Chania geprägt haben – insbesondere die venezianische und osmanische Vergangenheit der Stadt.

Gerade am Abend ist die Altstadt einer der Gründe, warum wir Chania gegenüber einem reinen Ferienort bevorzugen würden.

Firkas-Festung

Am westlichen Ende des venezianischen Hafens liegt die Firkas-Festung.

Sie wurde im Laufe ihrer Geschichte unter anderem als Kaserne und Gefängnis genutzt. Heute befindet sich dort das Maritime Museum von Kreta. Auch wenn man das Museum nicht besuchen möchte, lässt sich die Festung sehr gut in einen Spaziergang entlang des Hafens integrieren.

Die venezianischen Werften – Neoria

Auf der anderen Seite des Hafens stehen die auffälligen ehemaligen venezianischen Schiffswerften, die Neoria.

Sie wurden ursprünglich für den Bau und die Wartung venezianischer Galeeren genutzt. Zusammen mit dem Hafen und dem Leuchtturm zeigen sie ziemlich gut, welche Bedeutung Chania früher als Hafenstadt hatte.

Yali-Tzamii-Moschee

Direkt am Wasser steht außerdem eines der auffälligsten Gebäude am Hafen: die Yali-Tzamii beziehungsweise Küçük-Hasan-Moschee.

Sie erinnert an die osmanische Epoche Chanias und bildet heute einen auffälligen Kontrast zur venezianischen Architektur rund um den Hafen.

Nea Chora: Strandurlaub direkt neben der Stadt

Ein weiterer Vorteil von Chania ist, dass man für einen Strandtag nicht zwangsläufig ins Auto steigen muss.

Westlich der Altstadt liegt Nea Chora mit seinem Stadtstrand. Vom venezianischen Hafen kann man einfach an der Küste entlanglaufen. Rund um den Strand befinden sich außerdem mehrere Tavernen und Cafés.

Damit eignet sich Chania auch gut für Tage, an denen man morgens durch die Stadt laufen und nachmittags noch ein paar Stunden am Meer verbringen möchte.

Essen gehen in Chania

Einer der größten Pluspunkte von Chania ist für uns die Auswahl am Abend. Natürlich befinden sich direkt am venezianischen Hafen zahlreiche Restaurants. Wir würden uns aber nicht ausschließlich auf die erste Reihe am Wasser konzentrieren.

Lauft auch durch die Seitenstraßen der Altstadt und in Richtung Splantzia. Dort findet man viele Tavernen, kleinere Restaurants und Bars.

Typische kretische Gerichte und Produkte, die ihr probieren könnt, sind beispielsweise Dakos, Kalitsounia, kretischer Käse, Fisch, Meeresfrüchte sowie Gerichte mit viel Gemüse und kretischem Olivenöl.

Genau deshalb eignet sich Chania besonders gut, wenn Restaurants und Atmosphäre am Abend bei der Wahl des Urlaubsortes wichtig sind. Für Fischrestaurants würde ich zu Nea Chora gehen. Der Fisch dort ist frisch und super lecker.

Wochenmarkt in Chania: Frisches aus der Region

Wer an einem Samstag in Chania ist, sollte unbedingt einen Abstecher zum Wochenmarkt in der Minoos-Straße machen. Hier gibt es frisches Obst und Gemüse, aber auch Käse, Honig und sogar Schnecken zu kaufen. Wir haben für gerade einmal 10 Euro richtig leckere Tomaten, Nektarinen und Pflaumen mitgenommen – und dabei noch ein bisschen vom ganz normalen kretischen Alltag mitbekommen.

3 Tagesausflüge ab Chania mit dem Mietwagen

Wir würden nicht empfehlen, während des gesamten Aufenthalts nur in Chania zu bleiben. Die Lage der Stadt ist viel zu gut, um nicht zumindest einige Ausflüge durch Westkreta einzuplanen.

Diese drei Touren lassen sich gut als einzelne Mietwagentage organisieren.

Tag 1: Chania → Elafonissi

Der erste Ausflug führt von Chania an die Südwestküste Kretas nach Elafonissi.

Elafonissi gehört zu den bekanntesten Stränden der Insel und ist vor allem für sein sehr flaches, türkisfarbenes Wasser und die teilweise rosafarben wirkenden Sandbereiche bekannt.

Von Chania sollte man ungefähr 1,5 Stunden Fahrt pro Richtung einplanen. Die genaue Fahrzeit hängt vom Verkehr und der gewählten Strecke ab.

Gerade Ende September würden wir Elafonissi möglichst früh am Tag anfahren. Dann bleibt genügend Zeit für den Strand und für spontane Stopps unterwegs. Als wir gegen 10 Uhr da angekommen sind, war schon überraschend sehr viel los. Also früh losfahren lohnt sich sicher.

Für diesen Ausflug würden wir einen ganzen Tag reservieren und nicht versuchen, noch mehrere große Sehenswürdigkeiten hineinzupacken. Die strecke führt durch Dörfer und man bekommt aus eine schöne Sicht auch aus dem Auto.

Parken würde ich am Elafonisi Mega Parking empfehlen, dort kostet der Tag 5 € und es gibt Toiletten, Duschen und einen Supermarkt in der Nähe.

Tag 2: Chania → Therisso-Schlucht → Komolithi

Der zweite Mietwagentag zeigt eine komplett andere Seite Kretas.

Statt an die Küste geht es von Chania ins bergige Hinterland. Die Strecke führt durch die Therisso-Schlucht in Richtung des kleinen Bergdorfes Therisso. Allein die Fahrt zwischen den steilen Felswänden macht diesen Ausflug interessant.

Im Dorf kann man anschließend eine Pause einlegen und beispielsweise in einer traditionellen Taverne essen.

Auf dem Rückweg kann man sich die Komolithi bei Potamida anschauen. Es handelt sich um ungewöhnliche, kegelförmige Erdformationen, die mitten aus der grünen Landschaft herausragen und fast ein wenig wie eine Mondlandschaft wirken. Für einen kurzen Stopp und ein paar Fotos reichen etwa 15 Minuten aus.

Der große Vorteil: Die Orte liegen vergleichsweise nah an Chania. Dadurch verbringt man bei diesem Ausflug nicht den halben Tag im Auto und hat anschließend noch genügend Zeit, den Tag entspannt am Meer ausklingen zu lassen. Auf dem Rückweg bieten sich dafür zum Beispiel der Iguana Beach oder der Glaros Beach an – beide liegen nur wenige Kilometer westlich von Chania und eignen sich perfekt für einen letzten Sprung ins Meer oder ein paar entspannte Stunden am Strand.

Tag 3: Chania → Georgioupoli → Rethymno

Für den dritten Ausflug geht es von Chania in Richtung Osten.

Rethymno besitzt ebenfalls eine historische Altstadt mit starkem venezianischem Einfluss. Besonders bekannt ist die große venezianische Fortezza oberhalb der Stadt.

Damit unterscheiden sich Chania und Rethymno trotz ihrer Gemeinsamkeiten genug voneinander, dass sich ein Besuch beider Städte lohnt.

Der zweite Stopp ist Georgioupoli. Der kleine Küstenort ist vor allem für seine Lage am Meer und die kleine Kapelle Agios Nikolaos bekannt, die auf einem langen Steindamm im Wasser liegt.

Für Rethymno würden wir mehrere Stunden einplanen. Altstadt, Hafen und Fortezza lassen sich gut miteinander verbinden. Am späten Nachmittag oder frühen Abend geht es anschließend zurück nach Chania.

Braucht man in Chania einen Mietwagen?

Für Chania selbst braucht man keinen Mietwagen. Die Altstadt und der venezianische Hafen lassen sich hervorragend zu Fuß erkunden. Auch viele Sehenswürdigkeiten liegen auf relativ engem Raum.

Für die Umgebung sieht es anders aus. Wer Elafonissi, kleine Bergdörfer, Schluchten oder mehrere Orte entlang der Küste besuchen möchte, ist mit einem Mietwagen deutlich flexibler.

Wie viele Tage sollte man für Chania einplanen?

Nur für Chania selbst reichen etwa zwei Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entspannt zu sehen.

Als Basis für einen Urlaub in Westkreta würden wir aber deutlich länger bleiben.

Mit fünf bis sieben Tagen in Chania kann man Stadt, Strand und mehrere Ausflüge gut miteinander kombinieren. Bei einer ganzen Woche könnte die Reise beispielsweise aus Tagen für Chania und den Strand sowie den drei beschriebenen Mietwagen-Ausflügen bestehen.

Wer länger bleibt, kann zusätzlich Balos, die Samaria-Schlucht oder weitere bekannte aber weit entfernte Orte im Westen Kretas einplanen.

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